Fremde Welten - Japan
Zehntägiger Fotoworkshop mit den Schwerpunkten
Landschaft, Langzeitbelichtung, Minimalismus, Fine Art

Kurssprache Deutsch
Teilnehmer max. 6
Preis: 3595.00 €

10. – 19. März 2023 AUSGEBUCHT

23. September – 02. Oktober 2023 VERFÜGBAR

"Isanami und Isanaki, symbolisiert durch zwei Felsen im Pazifik, blickten von der schwebenden Himmelsbrücke auf den endlosen Ozean. Mit einem juwelenbesetzten Speer rührte das Götterpaar die Wassermassen auf. Die Tropfen, die von der Waffe perlten, formten die erste Insel. Auf diese stiegen die Urgötter herab und zeugten alle Dinge der Welt. Die Berge, die Bäume, die Seen, die Tiere. Und natürlich die Kami, die Gottheiten, die überall in der Natur beheimatet sind."


Dieser Schöpfungsmythos erzählt die Geburt Nippons, dem Land der aufgehenden Sonne und prägt noch immer den Glauben und das Leben Japans zwischen Tradition und Moderne.
In diesem Fotokurs zum Thema "Minimalistische Landschaftsfotografie" entführen Dich mein Kollege Michael Reibert und ich in dieses fremde, unbekannte Land, mit seinen zahlreichen kleinen und großen Paradiesen. Kein anderer Ort der Erde bietet mit den vielen verschiedenen Landschaften, den zahlreichen spirituellen Tempeln, Schreinen und Torii, schroffen Felsküsten und minimalistischen Fotomotiven einen solch schmalen Grat zwischen menschgemachter Perfektion und Naturverbundenheit, der fotografisch erkundet werden möchte. Ein Paradies für jeden Landschaftsfotografen, der frei nach Zen seine Fotos auf das Wesentliche beschränken möchte.

1. Tag
Am Vormittag, nach dem Eintreffen aller Teilnehmer am Flughafen Kansai (KIX) in Ôsaka, führt uns die erste gemeinsame Fahrt in unseren Mietwagen in die ehemalige Kaiserstadt Kyōto, um dort in aller Ruhe unsere Zimmer zu beziehen und anschließend zur Einstimmung, je nach Tageszeit, bereits unseren ersten Fotospot anzufahren. Bei einem gemeinsamen Abendessen in einer der kleinen, traditionellen, japanischen Ramenküchen der Umgebung besprechen wir Ablauf und Inhalt der kommenden Tage, freunden uns mit den ersten japanischen Gepflogenheiten an und machen uns startklar für den nächsten Tag.

2. Tag
Morgenstund´ hat Gold im Mund. Pünktlich zum Sonnenaufgang beginnt der Tag für uns im wunderschönen Arashiyama Bambuswald am Rande von Kyōto. Da sich dieser Fotopunkt in den letzten Jahren zu einem absoluten Hotspot für Influencer entwickelt hat ist die einzig sinnvolle Tageszeit für menschenleere Fotos der frühe Morgen. 
Nach getaner Arbeit und unserem anschließenden Hotelfrühstück ist unser Ziel die südöstliche Küstenstadt Ise, in der sich neben dem bedeutenden Okitama-Schrein, Japans bekanntestes Meoto-Iwa, eine durch ein Shimenawa-Seil verbundene, sehr fotogene Felsengruppe im Wasser befindet.

Mit genug Zeit haben wir hier die Möglichkeit das Areal zu erkunden und tauchen ab in eine quirlige Mischung aus touristischen Besuchern, beschäftigten Einheimischen und Anhängern des Shintoismus und Buddhismus, die hier ihrem Glauben nachgehen und ihre Gebeten sprechen. Fotografisch hält die Umgebung neben dem beeindruckenden Meoto-Iwa, das sich aus vielen spannenden Perspektiven fotografieren lässt, weitere fotogene Felsengruppen bereit, die sich wunderbar als Motive für Langzeitbelichtungen eignen. Mit einer Prise Neugier, neugierigem Entdeckergeist und etwas Zeit lassen sich hier überzeugende Bildkompositionen finden bevor wir uns gemächlich auf den Weg nach Ise, in unsere nächste Unterkunft, machen um dort den Tag voller neuer Eindrücke bei einem gemütlichen Abendessen ausklingen zu lassen.

3. Tag
Der frühe Vogel fängt den Wurm. Um Meoto-Iwa auch im weichen Morgenlicht fotografieren zu können, werden wir uns bereits vor Sonnenaufgang am Spot einfinden, das sich morgens, ohne die zahlreichen Besucher, von seiner ruhigen Seite zeigt. Nach unserem Frühstück (natürlich Asia-Style) widmen wir uns den Nori-Farmen in der nördlich gelegenen Ise-Bucht. Diese Farmanlagen werden von japanischen Bauern bewirtschaftet um das in Japan beliebte Seegras abzufischen. In getrockneter Form finden sich die Noriblätter beispielsweise als Umwickelung von Sushi-Rollen oder als Zusatz in der klassischen Miso-Suppe wieder.
Da die Farmen zum alljährlichen Saisonende abgebaut werden und die Standorte sowie die Anordnungen jedes Jahr variieren, ist das geplante Fotografieren dieser Farmen mit einem vorherigen Suchspiel verbunden. Etwas Glück und wachsame Augen sind nötig um eine fotogene Farm zu finden, der wir uns widmen können. Die Suche lohnt sich. Eine geeignete Nori-Farm ist bei optimaler Wetterlage (windstill mit schwachem Wellengang) und bei Niedrigwasser das perfekte Fotomotiv für minimalistische Langzeitbelichtungen. Nach einer hoffentlich erfolgreichen Suche werden wir im Laufe des späten Nachmittags weiter ins nahe gelegene Tōkai fahren, in dem sich unser Hotel befindet und unser wohlverdientes Abendessen auf uns wartet.

4. Tag
Da sich in der Umgebung der Stadt Tōkai in der Regel weitere Nori-Farmen befinden, werden wir uns erneut diesen interessanten Motiven widmen bevor uns unsere Reise in die nördlich von Ise gelegene Präfektur Nagano bringt. Unser Ziel für den späten Nachmittag und Abend ist die im Jahre 1504 erbaute Burg Matsumotu in der gleichnamigen Stadt Matsumotu, die wegen ihrer schwarzen Farbe und ihrer "ausgebreiteten Flügel" umgangssprachlich auch Krähenburg genannt wird. Die alte Burg befindet sich in einer gepflegten, typisch japanischen Parkanlage an einem kleinen See, in dem sie sich perfekt spiegelt. Auch hier lassen sich zahlreiche Perspektiven und Möglichkeiten finden um dieses tolle Bauwerk perfekt in Szene zu setzen. Selbst in der Nacht gibt die Burg Matsumotu aufgrund ihrer speziellen Beleuchtung ein fotogenes Motiv ab. Sind alle Fotos im Kasten, beziehen wir unsere Unterkunft in der Stadt Matsumotu um am nächsten Morgen frisch und munter in den neuen Tag zu starten.

Tōjinbō

5. Tag
Aufgrund der vielen Möglichkeiten, die uns dieser Fotospot bietet, werden wir uns zum Sonnenaufgang nochmals an der Burg einfinden um das Gebäude auch aus dem letzten, möglichen Blickwinkel im Morgenlicht einzufangen.Westlich von Matsumotu wartet unser nächstes Fotoziel bereits auf ins. Die schroffe Felsenküste Tōjinbō in der Präfektur Fukui. Tōjinbō bietet aufgrund spannend geformter Felsformationen, interessanter Strukturen, der tosenden See und einer markanten Felsnadel im Wasser viele fotografische Möglichkeiten um durch den Einsatz unterschiedlicher Graufilter die Bewegungen der Wellen für mehr Dynamik im Bild einzufangen oder um durch sehr lange Belichtungszeiten ruhige, minimalistische Fotos zu schießen. Nicht weit entfernt befindet sich unser zweiter Fotospot, eine kleine Insel vor der Westküste Japans. Mit hoffentlich vielen guten Fotos auf der Speicherkarte machen wir uns auf in unser nahe gelegenes Hotel.

Torii Shirahige

6. Tag
Um auch hier alle fotografischen Möglichkeiten auszuschöpfen werden wir die Felsenküste morgens vor der Abfahrt zum wunderschönen Lake Biwa nochmals vor unsere Linsen nehmen. Dieser große See bietet viele minimalistische Fotomotive wie alte, im Wasser stehende Bäume, filigrane Fischernetze und das riesige Torii des Shirahige-Schreins auf der Westseite des Sees.

Shirahige-Schrein

7. Tag
Nach einer erholsamen Nacht in unserer Unterkunft an der Südseite von Lake Biwa werden wir uns morgens dem menschenleeren, kunstvoll aufgebautem Shirahige-Schrein und erneut dem dazu gehörigen Torii widmen, das sich besonders morgens oft von seiner besten Seite zeigt, wenn leichter Nebel über die spiegelglatte Wasseroberfläche des Sees wabert. Frisch gestärkt fahren wir in Richtung Westen zur Küste von Uradome, die wir gegen Abend erreichen werden. Je nach Ankunftszeit und Lichtverhältnissen werden wir die Motive dieser interessanten Küstengegend erkunden bevor wir bei einem gemütlichen Abendessen die restlichen Tage in Japan besprechen.

Akashi-Kaikyō-Brücke | © Michael Reibert

8. Tag
Ein typisch japanisches, schlichtes Torii, perfekt für minimalistische Fine Art Fotos, wartet darauf von uns fotografiert zu werden. Außerdem bietet die Umgebung ein paar interessante, auf Felsen wachsende Bäume als Fotomotiv, die sich in alter Zen-Manier perfekt ablichten lassen. Unser Frühstück lassen wir uns nach einer produktiven Fotosession nicht nehmen bevor wir zur berühmten Burg Himeji aufbrechen. Neben Himeji, einer hellen Burgausführung mit dazugehörigem Graben, die abgesehen von der Farbe und Umgebung unserer bereits fotografierten Burg Matsumotu ähnelt, wird die längste Hängebrücke der Welt, die Akashi-Kaikyō-Brücke, einer unserer Fotospots an diesem Tag darstellen. Diese gigantische Brücke verbindet den Stadtbezirk Tarumi-ku von Kōbe auf der Hauptinsel Honshū mit dem Ort Awaji auf der südlich gelegenen Insel Awaji-shima mit 2×3 Fahrspuren. Ein Hotel im nicht weit entfernten Kyōto wird unser letztes Ziel für diesen Tag sein. 

Kōya-san

9. Tag
Nach einem ausgiebigen Frühstück fahren wir ins südlich von Ôsaka gelegene Kōya-san, der geheimnisvollen Stadt der Mönche, auf. Dies ist wohl der geheimnisvollste der heiligen Orte Japans, da die Siedlung der dort lebenden Geistlichen sich lange Zeit der Öffentlichkeit entzog. Den alten Tempelanlagen und der faszinierenden Begräbnisstätte mitten im Wald wohnt eine ganz besondere Spiritualität inne. Besonders bei Einbruch der Dämmerung, wenn kleine Lampen die Wege des Friedhofs ausleuchten, entfaltet dieser Ort eine besondere Austrahlung. Aufgrund der Vielzahl an spannenden Motiven lassen sich hier unendlich viele Bildkompositionen umsetzen. Nach Einbruch der Dunkelheit beziehen wir unser letztes Hotel nahe des Flughafens Kansai bei Ôsaka.

Torii Minato

10. Tag
Abreise. Nach der Abgabe unserer Mietfahrzeuge bringen wir Euch zum Flughafen und blicken hoffentlich auf ein paar tolle, produktive und wunderschöne Tage in diesem wunderbaren, fremden Land zurück.

Schwerpunkte
  • Auswahl geeigneter Fotomotive
  • Technische Grundeinstellungen der Kamera
  • Mit wirkungsvollen Kompositionsprinzipien zur überzeugenden Bildwirkung
  • Erstellen automatischer und manueller Belichtungsreihen
  • Erklärung und praktische Anwendung der verschiedenen Filtertypen, wie Grau-, Verlaufs- und Polfilter, abgestimmt auf Motiv, Licht- und Wettersituation
  • Aufbau eines praktischen und zeitsparenden Workflows vor, während und nach dem Erstellen ausgewogener Langzeitbelichtungen am Tage
  • Ausführung grundlegender Belichtungseinstellungen und Abläufe zum Fotografieren des Sternenhimmels (bei geeigneten Wetterkonditionen)
  • Bildbesprechung ausgewählter Teilnehmerfotos in der Workshopgruppe
  • Erläuterung einzelner Arbeitsschritte zur Nachbearbeitung von Fine Art Fotos und Belichtungsreihen
Empfohlenes Kameraequipment
  • Digitale Spiegelreflexkamera bzw. Kamera mit manuellem Einstellmodus
  • Wechselobjektive (Weitwinkel, Standard-Zoom und Teleobjektiv)
  • Stabiles Stativ abgestimmt auf Deine Kamera und Objektive
  • Fernauslöser
  • Neutraldichtefilter ND 3.0 (Big Stopper)
  • Weitere Dichtefilter, wie z.B. ND 0,9 und ND 1,8
  • Grauverlaufsfilter und Polfilter
  • Wechselakkus und Speicherkarten
  • Fotorucksack
  • Taschen- oder Stirnlampe
  • Du besitzt die oben aufgelisteten Filter nicht? Gar kein Problem! Mein Partner HAIDA DEUTSCHLAND stellt Dir für die Dauer des Fotokurses fehlendes Filterequipment zur Verfügung. Durch die praktische Anwendung der Filter und des Zubehörs an unseren Fotospots kannst Du nach Beendigung des Fotokurses sicherer über deren eventuelle Anschaffung entscheiden.
Fotografische Vorkenntnisse
  • Du brauchst keine fotografischen Vorkenntnisse! Absolute Foto-Einsteiger sind genauso willkommen wie fortgeschrittene Fotografen und ich stehe jedem Teilnehmer von der ersten bis zur letzten Minute zur Verfügung. Ziel ist es Dein fotografisches Wissen zu erweitern um bereits am ersten Workshoptag einwandfreie, saubere und wirkungsvoll gestaltete Bilder zu fotografieren.
Reisezeitraum
  • Anreise nach Osaka: 10. März 2023 / 23. September 2023
  • Abreise von Osaka: 19. März 2023 / 02. Oktober 2023
Kursgebühr
  • 3595,00 € inkl. MwSt.
  • Eine Anzahlung von 25% der Kursgebühr ist erforderlich.
Im Preis enthalten
  • Fotografische Betreuung und Anleitung durch Ronny Behnert und Michael Reibert gemäß Verlauf.
  • Transport während des Workshops in den von uns gestellten Fahrzeugen.
  • Transfer vom und zum Flughafen Kansai in Osaka.
  • Straßenmaut und Parkplatzkosten.
Unterkünfte
Nicht im Preis enthalten
  • Neun Übernachtungen (Einzelzimmer) in Hotels inkl. Frühstück.
  • Alle nicht genannten Leistungen
  • An- und Abreise nach/von Osaka
  • Ausgaben persönlicher Art
  • Trinkgelder
  • Verpflegung während des Workshops
  • City-Tax / Tourismusabgabe
  • Reiserücktrittskosten-, Reiseabbruch-, Unfallversicherung
Weitere Informationen
  • Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung ist erforderlich!
  • Der Kurs beinhaltet zwar keine schweren Wanderrouten aber Voraussetzung für die Teilnahme am Kurs ist eine gewisse Ausdauer und körperliche Fitness.
  • Wir übernehmen keine Haftung im Falle eines Unfalls. Auslandskrankenversicherung erforderlich.
  • Der Kurs findet bei jedem Wetter statt.
  • Für auftretende Schäden an Kamera oder Fotoequipment während des Workshops übernimmt der Kursgeber keinerlei Haftung.
  • Natur- und Landschaftsschutz ist uns wichtig, sodass wir dies auch während unserer Ausflüge in Japan berücksichtigen werden.