Von der Trauer zum Bildband
Wie aus einer Idee, 13 Jahren Venedig und sehr viel Arbeit ein Buch wurde
Manche Bücher entstehen, weil jemand irgendwann beschließt: Ich mache jetzt ein Buch.
Und dann gibt es Bücher, die entstehen, weil das Leben einem ziemlich unsanft einen Schubs gibt.
Mein Buch „Entre Deux Souffles - Zwischen zwei Atemzügen“ gehört eindeutig zur zweiten Kategorie.
Am 5. Januar 2025 ist mein langjähriger Partner Ben gestorben. Ein Mensch, der über viele intensive Jahre einen großen Teil meines Lebens geprägt hat. Plötzlich war da diese Leere, die sich mit nichts sinnvoll füllen ließ. Und wie das bei Trauer so ist: Man funktioniert irgendwie weiter, während gleichzeitig alles andere komplett aus den Fugen gerät.
Ich brauchte Abstand. Nicht im Sinne von „mal ein paar Tage Urlaub machen“, sondern eher im Sinne von: irgendwohin fahren, wo ich einfach sein konnte. Irgendwohin, wo Erinnerungen da waren, aber vielleicht auch genug Raum, um den Schmerz überhaupt auszuhalten.
Venedig war dafür der richtige Ort.
Ben und ich waren gemeinsam dort. Diese Stadt war also nicht einfach irgendein Reiseziel. Venedig war mit uns verbunden. Mit gemeinsamen Erlebnissen, Spaziergängen, Bildern, Gesprächen und diesem ganz besonderen Gefühl, das diese Stadt ohnehin auslöst.
Also bin ich nach Venedig gefahren.
Und irgendwo zwischen Kanälen, Nebel, leeren Gassen und natürlich gefühlten 47 Brücken pro Kilometer begann sich etwas zu verändern.
Die Idee eines Venedig-Bildbandes hatte es schon lange gegeben. Immer wieder hatte ich darüber nachgedacht. Immer wieder hatte ich Bilder gesammelt, Reihenfolgen ausprobiert, Ideen verworfen und mir gesagt: Irgendwann mache ich das.
Nur dieses „irgendwann“ hatte bisher offenbar keinen Kalendertermin bekommen.
Kurz nach Bens Tod schrieb mich mein Freund Boris Holup an. Und Boris machte etwas, das gute Freunde manchmal tun: Er sagte nicht einfach das, was man gerne hören möchte, sondern das, was man hören muss.
Sinngemäß schrieb er mir: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.
Und ja.
Er hatte recht.
Also begann ich.
Nicht, weil ich plötzlich einen perfekten Plan hatte. Sondern weil ich einen Ort brauchte, an dem meine Gedanken hin konnten.
Und so wurde aus einer alten Idee ein Projekt. Aus einem Projekt wurde ein Buch. Und aus dem Buch wurde irgendwann ein ziemlich großes Abenteuer, bei dem ich zwischendurch mehr als einmal dachte: Warum genau mache ich das eigentlich?
Die Antwort war allerdings immer dieselbe:
Weil es wichtig ist.
Wenn man ein fertiges Buch in den Händen hält, sieht es erstaunlich einfach aus.
Da liegt es.
Papier. Cover. Bilder. Text.
Fertig.
Spoiler: Nein.
Ein Buch entsteht nicht einfach dadurch, dass man 100 schöne Fotos in Photoshop zieht und auf „Drucken“ klickt. Das wäre schön. Es wäre sogar geradezu traumhaft.
Leider funktioniert die Welt nicht so.
Am Anfang steht eine Idee. Danach kommen ungefähr tausend weitere Ideen, von denen ungefähr 700 wieder verschwinden.
Ich musste zunächst herausfinden, was dieses Buch überhaupt sein sollte.
Sollte es einfach ein klassischer Bildband über Venedig werden?
Eine Sammlung meiner besten Fotografien?
Eine Chronik meiner fotografischen Entwicklung?
Ein persönliches Buch über Ben?
Ein Reisebuch?
Ein Kunstbuch?
Am Ende wurde es ein bisschen von allem - aber vor allem wurde es eine Geschichte.
Eine Geschichte über Venedig.
Und über Zeit.
Und über Erinnerung.
Und über einen Menschen, der nicht mehr da ist und trotzdem auf erstaunliche Weise durch dieses gesamte Buch hindurch präsent bleibt.
Einer der zahlreichen Entwürfe zu Beginn des Projekts
Am Anfang stand das Cover
Tatsächlich begann das gesamte Buchprojekt nicht mit der Bildauswahl oder dem Layout der Innenseiten, sondern mit dem Cover.
Ich habe unzählige Varianten ausprobiert, Grafiken miteinander kombiniert, wieder verworfen, neu angeordnet und vermutlich mehr Versionen erstellt, als ich heute noch zählen könnte. Auch mit den Bildtiteln habe ich immer wieder gespielt, bis sich langsam eine Richtung herauskristallisierte.
Schon früh war für mich klar, dass der Untertitel etwas Französisches sein sollte. Das hatte natürlich einen ganz persönlichen Grund: Ben war Franzose, und die französische Sprache war untrennbar mit ihm und unserer gemeinsamen Geschichte verbunden.
Aber es sollte nicht einfach irgendein französischer Untertitel sein. Er sollte sich richtig anfühlen. Poetisch sein, ohne kitschig zu werden. Und vor allem sollte er das widerspiegeln, was unsere Geschichte und unser Schicksal ausmacht.
So entstand schließlich „Entre Deux Souffles - Zwischen zwei Atemzügen“.
Zwischen zwei Atemzügen liegt ein winziger Moment. Ein Übergang. Etwas, das kaum wahrnehmbar ist und trotzdem alles verändern kann.
Für mich beschreibt dieser Titel genau diesen Zustand: das Dazwischen. Zwischen Vergangenheit und Zukunft. Zwischen Nähe und Abwesenheit. Zwischen einem Leben, wie es war, und einem Leben, das plötzlich anders weitergehen musste.
Und genau dieses Gefühl sollte bereits auf dem Cover beginnen - noch bevor man die erste Seite aufschlägt.
Das Cover war damit nicht einfach die Verpackung des Buches.
Es war der erste Teil seiner Geschichte.
„Ich kann Photoshop, also kann ich bestimmt auch ein Buch machen“
Das war ungefähr meine Ausgangslage.
Ich bin Fotograf.
Ich bin kein ausgebildeter Buchdesigner, kein Typograf und definitiv kein Mensch, der morgens aufwacht und denkt: Heute wäre ein guter Tag, um mich mit Beschnittzugaben und Farbprofilen auseinanderzusetzen.
Aber ich kann Photoshop.
Also habe ich das Buch zunächst genau dort aufgebaut.
Ich entwickelte mir eine Art Grundstruktur, eine Maske, mit der ich die einzelnen Seiten gestalten konnte. Bildpositionen, Ränder, Größen, Textbereiche - alles wurde zunächst visuell aufgebaut.
Und dann begann das, was man wahrscheinlich am besten als „Ich ändere alles noch einmal“ bezeichnen kann.
Ich erstellte Seiten.
Ich verwarf Seiten.
Ich verschob Bilder.
Ich änderte Reihenfolgen.
Ich änderte Formate.
Ich änderte Abstände.
Ich änderte wieder die Formate.
Und dann schaute ich mir alles an und dachte:
Eigentlich war die erste Version gar nicht so schlecht.
Also zurück.
Wer schon einmal ein größeres kreatives Projekt umgesetzt hat, kennt diesen Prozess. Das Schwierige ist nicht unbedingt, eine erste Version zu erstellen. Das Schwierige ist, irgendwann zu erkennen, wann man aufhören muss, sie zu verbessern.
Die Bildauswahl
13 Jahre Venedig auf 208 Seiten
Eine der größten Herausforderungen war die Bildauswahl.
Meine Fotografien aus Venedig entstanden über viele Jahre - von 2013 bis 2025. In dieser Zeit verändert sich nicht nur eine Stadt. Auch die eigene Fotografie verändert sich.
Die Kameras werden besser.
Die Technik verändert sich.
Der eigene Blick verändert sich.
Man fotografiert anders.
Und manchmal schaut man zehn Jahre später auf ein Bild und denkt: Das würde ich heute komplett anders machen.
Trotzdem gehört genau dieses Bild in das Buch.
Denn es erzählt einen Teil der Geschichte.
Am Ende habe ich aus diesem großen Fundus ungefähr 100 Fotografien ausgewählt, die es in den fertigen Bildband geschafft haben.
Ich wollte nicht einfach meine vermeintlich „besten“ Bilder nebeneinanderstellen. Ich wollte, dass sich das Buch wie eine Bewegung durch Venedig anfühlt.
Die Reihenfolge der Fotografien orientiert sich deshalb größtenteils an den Orten, die man tatsächlich entdecken könnte, wenn man durch Venedig spaziert.
Man bewegt sich durch die Stadt.
Über Plätze.
Durch kleine Gassen.
Entlang der Kanäle.
Und irgendwann verlässt man Venedig und gelangt auf die umliegenden Inseln wie Murano oder Burano.
Das Buch sollte nicht nur Bilder zeigen.
Es sollte einen Weg durch Venedig ermöglichen.
Natürlich nicht ohne dabei gelegentlich die Orientierung zu verlieren.
Aber das gehört bei Venedig ja irgendwie zum Konzept.
Vor Ben. Mit Ben. Nach Ben
Noch wichtiger als die geografische Struktur war für mich allerdings eine andere.
Das Buch ist in mehrere zeitliche und emotionale Ebenen gegliedert:
die Zeit vor Ben, die Zeit mit Ben und die Zeit nach Ben.
Damit wurde Ben zu einer Art unsichtbarem roten Faden.
Er steht nicht auf jeder Seite im Vordergrund. Das wäre auch gar nicht das, was ich wollte.
Aber seine Präsenz ist da.
In bestimmten Bildern.
In bestimmten Erinnerungen.
In bestimmten Orten.
Und vor allem in dem Gefühl, das manche Fotografien auslösen.
Einige Bilder habe ich gemeinsam mit Ben erlebt oder fotografiert. Andere verbinde ich heute unmittelbar mit ihm.
Diese Bilder bekamen deshalb eine zusätzliche Ebene.
Ich habe ihnen mehrzeilige Trauergedichte gegenübergestellt.
Keine klassischen Bildunterschriften.
Keine Erklärungen.
Sondern Texte, die eher versuchen, ein Gefühl auszudrücken.
Sehnsucht.
Erinnerung.
Nähe.
Abwesenheit.
Und dieses seltsame Gefühl, dass ein Mensch gleichzeitig unendlich weit weg und trotzdem überall sein kann.
Gerade diese Seiten gehören für mich zu den persönlichsten des gesamten Buches.
Eine weitere Herausforderung war das Zusammenspiel der unterschiedlichen Bildformate.
Fotografien funktionieren nicht alle gleich.
Ein Hochformat braucht Raum.
Ein Panorama möchte atmen.
Ein kleines quadratisches Bild kann auf einer Seite völlig anders wirken als ein großes Querformat.
Und wenn man dann ungefähr 100 Fotografien aus unterschiedlichen Jahren hat, beginnt irgendwann die große Frage:
Wie bekomme ich das alles zusammen, ohne dass es aussieht wie ein Familienalbum nach einer besonders ausufernden Venedig-Reise?
Die Lösung lag für mich in Dynamik.
Ich wollte, dass beim Blättern Bewegung entsteht.
Mal ein großes Bild.
Dann wieder viel Weißraum.
Eine Doppelseite.
Ein kleineres Bild.
Ein Wechsel des Formats.
Ein Gedicht.
Wieder ein großes Motiv.
Das Auge sollte nicht wissen, was auf der nächsten Seite kommt.
Denn genau das liebe ich auch an guter Fotografie: Sie darf überraschen.
Ein Bildband muss meiner Meinung nach nicht auf jeder Seite schreien: „Hier ist das nächste wichtige Foto!“
Manchmal ist weniger einfach mehr.
Und manchmal braucht ein Bild eben eine komplette Seite für sich.
Dann kam die Realität
Druckdaten
Bis hierhin war alles noch halbwegs romantisch.
Fotografie.
Erinnerungen.
Layout.
Gedichte.
Venedig.
Dann kam die Druckerei.
Und mit ihr Begriffe wie PDF/X, Beschnitt, ICC-Profile, Farbmanagement, Auflösung, Seitenformat und Druckvorstufe.
Plötzlich wurde aus dem kreativen Projekt ein technisches Projekt.
Denn eine Datei, die auf meinem Bildschirm gut aussieht, ist noch lange keine druckfertige Datei.
Das musste ich erst einmal lernen.
Jede Seite musste technisch korrekt aufgebaut werden. Bilder mussten die richtigen Profile besitzen, Beschnitt und Endformat mussten stimmen, und am Ende musste die komplette Datei so erstellt werden, dass die Druckmaschine damit auch tatsächlich etwas anfangen kann.
Und natürlich ist genau an dieser Stelle besonders hilfreich, wenn man kein ausgebildeter Grafiker ist.
Also ich.
Zum Glück gibt es Menschen, die wissen, was sie tun.
Einer meiner Workshop-Teilnehmer, Wilhelm Hasenauer, hat mir gerade in den letzten und entscheidenden Schritten aus der Patsche geholfen.
Wilhelm: DANKE!
Ohne deine Hilfe wäre ich an dieser Stelle vermutlich irgendwann mit einem Ausdruck in der Hand vor der Druckerei gestanden und hätte gesagt:
„Aber auf meinem Monitor sieht das doch gut aus.“
Der Testdruck
Der Moment, in dem man plötzlich alles hinterfragt
Irgendwann kommt bei einem Buchprojekt der Moment, an dem aus digitalen Dateien Papier wird.
Und das ist aufregend.
Sehr aufregend.
Denn plötzlich kann man nicht mehr einfach in Photoshop auf „Rückgängig“ klicken.
Der Testdruck kommt.
Man hält die ersten Seiten in der Hand.
Und schaut.
Und schaut noch einmal.
Und plötzlich sieht man Dinge, die einem am Bildschirm nie aufgefallen sind.
Ist der Text zu groß?
Ist er zu klein?
Ist das Bild wirklich richtig positioniert?
Ist der Weißraum ausreichend?
Wirkt das Schwarz so, wie ich es mir vorgestellt habe?
Sind die Farben korrekt?
Passt die Reihenfolge?
Funktioniert der Übergang zwischen zwei Bildern?
Und dann kommt irgendwann der Gedanke:
„Oh Gott. Was, wenn das im fertigen Buch so aussieht?“
Genau deshalb sind Testdrucke so wichtig.
Ein Buch sollte nicht einfach auf Grundlage einer PDF-Datei in einer Auflage von 1.000 Exemplaren produziert werden, in der Hoffnung, dass schon alles passen wird.
Denn wenn etwas nicht passt, hat man anschließend nicht nur ein kleines Problem.
Man hat im schlimmsten Fall 1.000 Exemplare eines Problems.
Das ist eine ausgesprochen teure Form von Feedback.
Und dann sind da noch die Dinge, an die man vorher überhaupt nicht denkt
Während ich mich mit Bildern, Layout und Druck beschäftigte, lief im Hintergrund noch ein zweites Projekt:
Die komplette Organisation rund um das Buch.
Wie viele Exemplare werden produziert?
Welche Editionen gibt es?
Wie werden die limitierten Exemplare verpackt?
Was kommt in das Slipcase?
Wie wird der Fine Art Print beigelegt?
Wie werden die Bücher gelagert?
Welche Verpackung brauche ich?
Wie groß muss diese Verpackung sein?
Wie werden die Bücher verschickt?
Was kostet der Versand?
Wie funktioniert die Vorbestellung?
Wie werden Bestellungen abgewickelt?
Wie werden Rechnungen erstellt?
Wie wird die Mehrwertsteuer behandelt?
Und irgendwann merkt man:
Ich produziere nicht mehr nur einen Bildband.
Ich gründe nebenbei eine kleine Versandabteilung.
Natürlich müssen auch Dinge wie Produktseite, Shop, Zahlungsabwicklung, Verpackungsmaterial, Lagerung und Versand berücksichtigt werden.
Und jedes einzelne dieser Themen kostet Zeit.
Und Geld.
Teilweise überraschend viel Geld.
Was ein Buch tatsächlich kostet
Von außen betrachtet könnte man bei einem Bildband schnell denken:
„Da sind doch nur ein paar Fotos drin.“
Ja.
Und in einem Auto sind auch nur ein paar Teile drin.
Das Problem ist nur, dass es ziemlich viele sind.
Bei einem hochwertigen Bildband entstehen Kosten für den Druck, Papier, Verarbeitung, Cover, Veredelungen, Verpackung, Lagerung, Versandmaterial, Logistik, Zahlungsabwicklung und natürlich für all die Dinge, die man vorher nicht auf dem Schirm hatte.
Dazu kommen die unzähligen Stunden Arbeit.
Und genau diese Stunden sieht man dem fertigen Buch nicht an.
Man sieht sie nicht auf dem Cover.
Man sieht sie nicht auf einer Doppelseite.
Man sieht sie nicht, wenn das Buch auf dem Wohnzimmertisch liegt.
Aber sie stecken darin.
In jeder Entscheidung.
In jeder verworfenen Seite.
In jedem neu exportierten PDF.
In jedem Testdruck.
In jeder E-Mail.
In jedem Telefonat.
Und in jedem Moment, in dem man sich fragt, ob man gerade ein Buch produziert oder einfach nur freiwillig seine Freizeit in ein sehr teures logistisches Experiment verwandelt.
Warum es fast anderthalb Jahre gedauert hat
Ursprünglich hätte ich vermutlich selbst nicht gedacht, dass dieses Projekt so lange dauern würde.
Aber ein Buch entsteht nicht linear.
Es ist nicht:
Idee → Gestaltung → Druck → fertig.
Es ist eher:
Idee → Gestaltung → Änderung → neue Idee → Bildauswahl ändern → Layout ändern → Testdruck → Fehler finden → korrigieren → neue Druckdaten → Rückfragen → wieder korrigieren → technische Probleme → organisatorische Probleme → neue Verpackung → noch eine Änderung → Testdruck → Zweifel → Entscheidung → Druck.
Und dazwischen gibt es natürlich noch das ganz normale Leben.
Viele kleine Rückwürfe summieren sich.
Man wartet auf Antworten.
Man bekommt neue Informationen.
Man muss Entscheidungen treffen.
Man entdeckt Fehler.
Man ändert Dinge.
Man lernt Dinge, von denen man vorher gar nicht wusste, dass man sie lernen muss.
Und so wurde aus einem Projekt, das irgendwann einmal als Idee begonnen hatte, ein Prozess von fast anderthalb Jahren, bis das Buch tatsächlich in den Druck gehen konnte.
Ein ganz besonderer Dank
Dieses Buch ist für mich deshalb nicht nur ein Produkt.
Es ist das Ergebnis einer langen Reise.
Und diese Reise hätte ich nicht alleine geschafft.
Ein ganz besonderer Dank geht deshalb an alle, die mich auf dem Weg unterstützt haben.
An Boris Holup, der mir, neben finanzieller Hilfe, kurz nach Bens Tod den entscheidenden Schubs gegeben hat und sagte: Jetzt ist der richtige Zeitpunkt.
An Wilhelm Hasenauer, der mir bei der Druckvorstufe und den letzten technischen Schritten geholfen und damit vermutlich verhindert hat, dass ich irgendwann meinen Computer aus dem Fenster werfe.
An Gerhard Langer, der mir während des gesamten Projekts immer wieder mit Rat und Tat zur Seite stand, wenn ich irgendwo festhing, eine Entscheidung treffen musste oder einfach jemanden brauchte, der mit Erfahrung und einem klaren Blick auf die Dinge schaut.
Und an Dennis Jost, der mir beim Aufbau des Shopsystems sowie bei der Organisation der Liefer- und Bestellabwicklung geholfen und dafür einen beträchtlichen Teil seiner Zeit geopfert hat.
Und natürlich geht ein ganz besonderer Dank an alle Menschen, die meine Crowdfunding-Aktion unterstützt und gespendet haben.
Diese Unterstützung war für mich nicht nur finanziell wichtig. Sie kam in einer Zeit, in der vieles schwierig war, und hat mir geholfen, durch diese erste Phase nach Bens Tod zu kommen und gleichzeitig dieses Projekt überhaupt weiterzuverfolgen.
Dafür bin ich sehr dankbar.
Und jetzt liegt da tatsächlich ein Buch
Nach all dem Planen, Zweifeln, Gestalten, Verwerfen, Neuaufbauen, Rechnen, Organisieren, Testen, Korrigieren und Warten passiert irgendwann etwas ziemlich Unspektakuläres.
Man hält das fertige Buch in den Händen.
Und plötzlich ist da kein Photoshop-Dokument mehr.
Keine PDF.
Keine Druckdaten.
Keine Excel-Tabelle.
Keine E-Mail an die Druckerei.
Sondern ein Buch.
208 Seiten.
Etwa 100 Fotografien.
Venedig.
Bilder aus mehr als einem Jahrzehnt.
Erinnerungen.
Gedichte.
Und ganz viel von dem, was in den vergangenen Jahren passiert ist.
Vor allem aber ist es eine Verbindung zwischen verschiedenen Zeiten.
Vor Ben. Mit Ben. Nach Ben.
Vielleicht ist das auch der eigentliche Grund, warum dieses Buch entstehen musste.
Ich wollte Venedig nicht einfach dokumentieren.
Ich wollte festhalten, was diese Stadt für mich geworden ist.
Einen Ort, der wunderschön sein kann und gleichzeitig weh tut.
Einen Ort, an dem Erinnerungen plötzlich an jeder Ecke auftauchen.
Eine Stadt, die sich verändert, während man selbst versucht, mit Veränderungen klarzukommen.
Und vielleicht ist ein Bildband dafür tatsächlich die perfekte Form.
Denn Fotografien können etwas, was Worte manchmal nicht schaffen.
Sie können einen Moment festhalten, obwohl dieser Moment längst vorbei ist.
Sie können einen Ort zurückbringen, obwohl man nicht mehr dort ist.
Und sie können einen Menschen in Erinnerung halten, obwohl man ihn nicht zurückholen kann.
„Entre Deux Souffles - Zwischen zwei Atemzügen“ ist deshalb für mich mehr als ein Buch über Venedig.
Es ist ein Buch über Zeit.
Über Erinnerung.
Über Liebe.
Über Verlust.
Und über die Frage, was von einem gemeinsamen Leben bleibt, wenn ein Mensch plötzlich fehlt.
Die Antwort liegt für mich in diesen 208 Seiten.
In den ungefähr 100 Bildern.
In den Orten.
In den Worten.
Und in all den kleinen Entscheidungen, die über fast anderthalb Jahre hinweg aus einer Idee ein echtes Buch gemacht haben.
Und wenn ihr es irgendwann in den Händen haltet, dann wisst ihr jetzt vielleicht auch ein bisschen besser, was alles dahintersteckt.
Nicht nur 1.000 gedruckte Exemplare.
Sondern 13 Jahre Fotografie, fast anderthalb Jahre Arbeit, unzählige Entscheidungen, sehr viele Dateien, einige schlaflose Nächte, ein paar technische Katastrophen, eine ordentliche Portion Selbstzweifel - und ganz viel Herz.
Und natürlich Venedig.
Denn am Ende sollte ein Buch über diese Stadt vielleicht genau das sein:
ein Spaziergang durch Erinnerungen.
Schön.
Manchmal schwer.
Manchmal leicht.
Und immer ein bisschen zwischen zwei Atemzügen.