INVISIBLE I
2018 - 2020

Über die Jahre haben sich die grellen Sommermonate in meiner Heimatstadt Berlin in fotografisch wenig produktive Zeiten verwandelt, da sich das meist harte Sonnenlicht aufgrund hoher Kontrastumfänge störend auf meine favorisierten Motive auswirkt. Ich bevorzuge eine gleichmäßige Ausleuchtung, um die vor mir liegende Szene so harmonisch und weich wie möglich darstellen zu können.
Um in den Sommermonaten kreativ und produktiv zu bleiben, wurde ich auf der Suche nach einer Alternative zur Graufilterfotografie, die im Idealfall abhängig von grellem Sonnenlicht sein sollte, fündig in der Infrarotfotografie, die, wie Langzeitbelichtungen mit verschiedenen Dichtefiltern auch, einen angenehmen Überraschungseffekt nach Fertigstellung der Aufnahmen bereit hält. Das Endergebnis lässt sich erst auf dem Kameramonitor, bzw. während der anschließenden Nachbearbeitung beurteilen. Ein Infrarotfilter besitzt die Eigenschaft das Blattgrün der Bäume, Sträucher und Wiesen bei heller Ausleuchtung weiß darzustellen, da das in den Pflanzen befindliche Chlorophyll in erhöhtem Maß Infrarotlicht reflektiert. 
Elemente, die dem menschlichen Auge bei herkömmlicher Betrachtung oftmals verborgen bleiben, werden in der Infrarotfotografie sichtbar und lassen sich vollkommen neu interpretieren. Für die aktuelle Serie INVISIBLE I habe ich mich auf die Suche nach den verborgenen Statuen im Berliner Tiergarten gemacht, die sich seit Ewigkeiten im Dickicht des größten Parks Berlins versteckt halten und nur noch von besonders aufmerksamen Spaziergängern beachtet werden.